GrĂŒnderstory samplistick GmbH

Im Interview mit Daniela MĂŒndler, CEO und GrĂŒnderin der samplistick GmbH

Stell Dich doch zunÀchst einmal kurz vor: Wer bist Du und was machst Du?
Mein Name ist Daniela MĂŒndler und ich habe Ende 2021 die samplistick GmbH gegrĂŒndet. Ich bin 49 Jahre alt und habe nach dem BWL Studium meine berufliche Laufbahn im Produktmanagement bei L’OrĂ©al gestartet. Mich reizen Aufgaben, bei denen ich einen Unterschied im tĂ€glichen Leben von Menschen machen kann. Und so habe ich meine Karriere in FĂŒhrungspositionen von HĂ€ndlern und Herstellern im KonsumgĂŒterbereich verbracht, zuletzt im Vorstand bei Bahlsen in Hannover.

Mit der GrĂŒndung von samplistick kehre ich zurĂŒck zu meinen Wurzeln in der Kosmetik und habe mir gleich die EinfĂŒhrung eines neuen Marktstandards fĂŒr das Probieren von Produkten vor dem Kauf vorgenommen: Ich erfinde das sogenannte „Pröbchen“ neu.

Kannst Du einmal erzÀhlen welchen Mehrwert samplistick im Rahmen der KUER Branchen (Klima, Umwelt, Energieeffizienz und Ressourcenschonung) bietet?
samplistick ersetzt ein ressourcenverschwendendes System durch ein ressourcenschonendes. Jede*r kennt doch diese Alltagsszene: Beim Einkauf von Kosmetik landen irgendwelche „Pröbchen“ in der TĂŒte und davon viel zu viele. Zuhause werden die Testmuster meistens gleich weggeschmissen. Mit samplistick erhĂ€lt jede Kund*in ihre persönliche Wunschprobe nach Bedarf abgefĂŒllt. Die „Sticks“, die wir extra fĂŒr diesen Einsatz entwickelt haben, bestehen zu 100% aus Altplastik und sind digital gekennzeichnet.

Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich Ende letzten Jahres den neuen Vorschlag zur EU-Verpackungsverordnung im Rahmen des Green Deal gelesen habe. Die dort formulierten Ziele und vorgeschlagenen Maßnahmen könnten fĂŒr samplistick geschrieben worden sein: Wir mĂŒssen wirtschaftlichen Erfolg vom Einsatz natĂŒrlicher Ressourcen abkoppeln, indem wir den Anteil an Recyclingmaterialien erhöhen und die Kreislaufwirtschaft unterstĂŒtzen. Ressourcen mĂŒssen zudem viel zielgerichteter eingesetzt werden. Folgerichtig werden Einweg-Miniaturverpackungen in der Kosmetik – die kleinen Shampoos in Hotels werden sogar explizit genannt! – als unnötige Verpackungen klassifiziert.

Mit samplistick haben wir eine Lösung entwickelt, die eine quantifizierbare Nachhaltigkeitswirkung fĂŒr die Beauty Branche hat, und gleichzeitig den Traum aller Kund*innen wahr werden lĂ€sst.

Magst Du ein wenig erzĂ€hlen, wie es ĂŒberhaupt zur GeschĂ€ftsidee von samplistick gekommen ist? Gab es diesen einen Aha-Moment?!
Ich habe im Jahr 2009 oder 2010 an einer GeschĂ€ftsfĂŒhrungssitzung bei Douglas teilgenommen, auf der wir das individuelle AbfĂŒllen in den Filialen verboten haben. Es war eine typische Managemententscheidung, die mit der RealitĂ€t auf der berĂŒhmten „FlĂ€che“ wenig zu tun hatte. Mich hat die Heftigkeit des darauffolgenden Aufschreis aus dem Vertrieb ĂŒberrascht, gleichzeitig wusste ich aus meinen Projekten, wie hoch die Verkaufs- und Imagewirkung gut eingesetzter Proben ist. Mich hat der Gedanke nie losgelassen, dass das doch alles viel besser und vor allem nachhaltiger gehen mĂŒsste, zumal sich der Kernprozess ja ganz einfach skizzieren lĂ€sst und der Kundennutzen auf der Hand liegt. Aber erst nach dem Ausstieg bei Bahlsen konnte ich die Idee dann „hart“ auf Machbarkeit ĂŒberprĂŒfen und habe, nachdem alle Signale auf „grĂŒn“ standen, schließlich den Sprung in die GrĂŒndung gewagt.

Du hast mit samplistick im Dezember einen fantastischen dritten Platz im KUER.NRW Businessplan Wettbewerb belegt. Was hat Dir – außer der guten Platzierung – am Wettbewerb besonders gut gefallen?
Es war fĂŒr mich einfach sehr wertvoll, meine bis dahin gesammelten Erkenntnisse in Form eines anspruchsvoll formulierten Businessplans niederzuschreiben. Die zeitliche Deadline tut hier sicherlich ihr ĂŒbriges
 Das Dokument und seine Textbausteine verwende ich in allen möglichen Formaten weiter, nicht zuletzt, weil das ausfĂŒhrliche Feedback der Gutachter*innen den ganzen Ansatz nochmal verfeinert hat. Und ich fand es ausgesprochen motivierend, dass eine so qualifizierte Jury offensichtlich einigermaßen sinnvoll fand, was ich bisher unternommen hatte. Auch und besonders erwĂ€hnen möchte ich das Pitch Training der Top 10 – das ist eine unbezahlbare Leistung, die wir da erhalten haben. Ich habe zwar bisher viel prĂ€sentiert, aber das Training dieser besonderen Form des Vortrags war extrem erkenntnisreich. Das sollte eigentlich eine Standardfortbildung fĂŒr jeden sein, der öffentlich sprechen muss, selbst wenn es kein Start-up Pitch ist.

KUER Success ist Dir wahrscheinlich auch ein Begriff. An welchen Stellen kann Dir ein persönlicher Mentor in Deiner aktuellen Situation am besten helfen?
Es ist immer Fall hilfreich, sich mit einem „unbelasteten“ Dritten auszutauschen, der eben nicht die GrĂŒnder*innenrolle oder die eines anderen Stakeholders einnimmt. Wenn dann auch noch gezielt Netzwerk oder Expertise dazukommen, ist das Match perfekt. In meinem Fall sind es sicher bestimmte Aspekte der Umweltwirtschaft, z.B. Materialinnovationen und die Vernetzung mit Strategen, bei denen ich von Austausch und Impulsen profitieren kann.

Ist das dann auch die aktuell grĂ¶ĂŸte Herausforderung fĂŒr Dich und was sind die nĂ€chsten Schritte?
Ich habe alleine gegrĂŒndet – das ist kein Dogma, sondern meiner langjĂ€hrigen Expertise in der Branche und der Tatsache, dass ich viele Schritte des Unternehmensaufbaus aus meinem Netzwerk begleiten lassen konnte, geschuldet. Nun habe ich bereits erfolgreich einen Salesfunnel aufgebaut, den ich bedienen muss, und der Schritt in den Teamaufbau muss her. Ich nutze gerne die Reichweite hier: Wen die bisherigen Abschnitte entfacht haben und wer mich auf meiner Reise begleiten will, schreibe mir doch bitte unter jobs@samplistick.com.

Abschließend: Was ist Deine Vision mit samplistick? Wo siehst Du Dein Unternehmen auf lange Sicht? Wo wird die Reise hingehen?
samplistick wird sich entwickeln zu einer Plattform fĂŒr verantwortungsvollen Konsum in der Beauty und darĂŒber hinaus. Wir wollen der fĂŒhrende Marktstandard sein, der das Potential fĂŒr nachhaltige Kaufentscheidungen hebt, das in der Phase vor dem Kauf liegt, dem sogenannten Pre-Purchase. Dabei werden alle Beteiligten gewinnen, Kund*innen, HĂ€ndler, Marken und die Umwelt!